Was angemessen ist.

25 Okt

Weil in jeder jährlichen Ausgabe von “Take My Hand”, einer Art Magazin von ARI für alle Unterstützer, ehem. Freiwillige usw., ein Interview mit  zwei participants steht  hat Akari-san mir die Aufgabe aufgetragen, John aus der Republik Kongo und Sumathi aus Sri Lanka zu interviewen. Darauf hab ich mich schon gefreut, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so gut wird.

Irgendwie denkt man, Menschen aus Afrika, ärmeren Ländern Asien bzw. ärmeren Gegenden an sich etc. sind technisch nicht so weit “entwickelt” wie wir, brauchen mehr Technologie, etc.. Irgendwie denkt man das einfach, es ist schon ein fixierter Gedanke. Und trotzdem so falsch. Wenn wir “development” oder Entwicklung hören denken wir an große Firmen, Industrie und factories. Straßen bauen, Strom und fließend Wasser, Computer und Handys und Kühlschränke. Aber ist das angemessen für arme Bauern in der Republik Kongo?

Auf den Fotos sehen wir: Strohhütten, Lehmhäuser, Sandstraßen. Deswegen denken wir: wow, sind die arm, die haben ja nichts. Was sollen sie aber mit Häusern wie sie in entwickelten Ländern stehen anfangen? Es ist heiß, also muss das Dach Wärme herauslassen können. Was soll da ein Dach aus Stein? Warum sollen sie Traktoren benutzen, wenn sie die Reparatur nicht bezahlen oder bewerkstelligen können, weil sie keine ausgebildeten Mechaniker haben oder die benötigten Teile importieren müssen? Warum sollten sie keine Ochsen benutzen um ein Feld zu bestellen, wenn diese einfach zu halten sind und die Arbeit erleichtern?

Als Westler hat man eine viel zu eingeschränkte Sicht auf Fortschritt und Entwicklung, das bemerke ich immer wieder an mir selbst. Oder sehen wir es als wirklich fortschrittlich an, wenn anstatt mit Händen mit Tieren ein Feld bestellt wird?

Eher nicht, aber das ist es. John erzählte: “Wie sollen die Techniken, die Japan benutzt für meinen Ort funktionieren? Wenn wir ganz andere Probleme erleben und in einer anderen Realität leben? Fortschritt, Entwicklung heißt für mich eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Und das bedeutet, dass die Menschen  von Landwirtschaft leben und sich ernähren können, denn das verbessert ihre Lebensverhältnisse.”

Ein participant von 2009 schrieb in einem Interview:

“Another successful farmer, a woman, told me to save food and not money; that food will keep you throughout the year or in lean times it will help both you and your neighbors.”

Man kann so viel lernen, allein durch den mit Menschen die ganz andere Probleme zu Gesicht bekommen als man selbst. Und farming, Landwirtschaft ist kein niederer Beruf armer Menschen. Es sichert das Überleben und ergibt das, was jeder zum Leben benötigt: Nahrung. Von daher ist es vielmehr der wichtigste Beruf, oder nicht?

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