Jishin…

12 Mrz

…Erdbeben.

Um es kurz zu fassen; wir sind nicht mehr in ARI, sondern in Saitama in der Nähe von Tokio.

ARI ist so gut wie verlassen.

Nishinasuno wurde Freitag um etwa 2:50 von einem Beben der Stärke 6 getroffen, was zum Glück keine Häuser zerstört hat, sondern nur innen alles umgeworfen hat. Nach zwei starken Wellen ist der Strom ausgefallen und die Wasserrohre brachen, Fenster zersplitterten und es bildeten sich Risse im Boden.

ARI ist ein einziger Haufen von umgekippten Regalen, Papieren, Ordnern, Scherben und Löchern, überall sieht es aus als hätten zig Bomben eingschlagen.

Nach dem ersten Schock blieben wir erst mal draußen und verbrachten die Nacht im vieeeel sichereren Seminar Haus (alle vorherigen volunteers wissen was ich meine). Um 4 Uhr morgens kam der Strom zurück. Während der ganzen Zeit blieb das Radio an und berichtete von weiteren Beben, den Tsunamis und einer steigenden Zahl Toter.

Samstag begannen wir die Schäden zu begutachten und aufzuräumen, während kleine Nachbeben immer noch anhalten.  Währenddessen mehrten sich die Nachrichten über Fukushima, während Japans Regierung die ganze Geschichte runterzuspielen versuchte.

Am Nachmittag stellte es ARI jedem frei zu gehen oder zu bleiben. Wir entschieden uns zu bleiben.

Zwei Stunden später kam die Nachricht von der Explosion und binnen 30 Minuten packten wir alles Notwendige zusammen und verließen ARI.

Zusammen mit drei Freiwilligen, zwei Japaner und ein Amerikaner, und den zwei Training Assistants machten wir uns auf den Weg weg aus Tochigi, wohin auch immer.  Inzwischen sind nicht mehr viele Leute in ARI; ich weiß allerdings nicht wer oder wie viele.

Wir sind nach 5 Stunden fahrt in Saitama angekommen, wo wir erst einmal bleiben. Wie es weitergeht, weiß keiner wirklich. Wir werden morgen die staff member anrufen und weiterschauen.

Ob es zurück nach ARI geht weiß niemand.  Ob es dieses Jahr participants gibt auch nicht, alles ist ungewiss. Aber es geht allen gut, niemand wurde verletzt und wir sind mit dem Schrecken davongekommen.

Sobald ich Neues weiß, werde ich berichten. Mir geht es gut, uns geht es gut! Keine Sorgen.

Vorerst bleibe ich in Japan. So ganz kann ich das Ganze glaube ich noch nicht glauben, alls wirkt ziemlich surreal und unecht. Als das Beben  ARI traf war ich im Büro und bin unter den Tisch geflüchtet, als es ein wenig stärker wurde. Dann fing es erst richtig an und es wurde unglaublich laut und man wurde schlicht hin und hergeworfen, während alles um einen herum zu Boden kracht. Etwa eine Minute lang hat es gedauert, bis es schwächer wurde, sodass wir nach draußen flüchten konnten. Ich dachte wirklich, dass das Haus über uns zusammenbricht.  Wer den Zustand des Main Buildings kennt, weiß wieso 😉

Am Anfang eines Erdbebens fühlt es sich so an, als ob einem schwindelig ist, und man weiß nicht ob es wirklich ein Beben ist oder nicht. Dann hört man die Fenster klirren und und der Boden schwankt, und wenn es stark ist fangen die Tische an zu hüpfen und alles bewegt sich, alles. Alles fällt, alles macht Geräusche und es fühlt sich an als ob jemand am Haus wackelt, wirklich.

Normalerweise denkt man, die Erde ist das festeste was es gibt, unbeweglich. Und auf einmal kann man nicht mehr gerade laufen, weil alles rüttelt, wackelt.

Wir hatten wirklich Glück, dass nichts weiter passiert ist und kein Haus zusammengebrochen ist. Woooooow. Die letzten zwei Tage waren wirklich krass, außerhalb jeden  Rhythmus und das seltsamste was ich je erlebt habe.  Alle waren im Ausnahmezustand.

Aber ich möchte euch keine Sorgen bereiten – es geht uns wie gesagt gut und wie wir werden sehen wie es weiter geht. Die Nachbeben werden noch laut Medien mindestens einen Monat anhalten, bis jetzt gab es vier starke Erdbeben, von denen nur eins ARI wirklich getroffen hat.

Keine Ahnung, wann ich wieder online sein kann, aber ich versuche euch am Laufen zu halten.

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4 Antworten to “Jishin…”

  1. nika 12. März 2011 um 21:57 #

    Das muss so schlimm für dich gewesen sein. Ich bin sooo froh, dass es dir gut geht.

  2. aim 13. März 2011 um 06:21 #

    Thank you for your photos.

  3. URBAN ARTefakte 13. März 2011 um 17:00 #

    Hallo Frauke,
    ich hoffe, das es Dir gut geht, ich verfolge seit Freitag dem Geschehen und bin von allem überaus bestürzt! Und auch mehr als das. Es ist nicht in Worte zu fassen.

    Ich weiß zwar nicht, wo Saitama liegt, aber ich hoffe, Du kommst bald nach Deutschland wieder zurück…

    GLG aus der Hauptstadt!

  4. Leonie 15. März 2011 um 15:16 #

    Liebe Frauke

    Ich hoffe ihr werdet das ganze Drama dort gut überstehen.
    Du kennst mich vllt. nicht,also ich bin Leonie aus der 6b vom Ulf.Als die Katastrophe in Japan ausbrach,und ich hörte das du dort bist,war ich erstmal geschockt.Nicht nur ich war es,die ganze Klasse.In Religion werden wir einen Gottesdienst über Japan halten,und an dich denken!

    Ich wünsche dir alles gute für dich und alle anderen dort!
    Wir drücken dir die Daumen, das alles gut geht.

    Liebe Grüße aus dem fernen Deutschland
    Deine Leonie
    (und ich schätze mal die ganze 6b,ach was die ganze Schule!)

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